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Die schnellsten Männer Deutschlands | Flysurfer Kiteboarding
Florian Gruber und Jannis Maus sind seit Jahren die schnellsten Männer auf einem Hydrofoil im deutschsprachigen Raum. Ihre Freundschaft und Rivalität begleiten die zwei unterschiedlichen Charaktere seit Kindheitstagen. Sie haben seit kurzer Zeit ihren Kaderstatus im deutschen Segelverband erhalten und in der Vorbereitung auf Olympia 2024. Wir haben unseren beiden Athleten ein paar Fragen über die aktuelle Situation, Training in COVID-Zeit und ihrer Zukunft gestellt.
Seit kurzer Zeit habt ihr Kaderstatus, was bedeutet das? 

Jannis: Der Kaderstatus wurde uns vom DOSB, dem deutschen Olympischen Sportbund verliehen. Er sichert uns eine Grundlage, Kitesurfen als Profisport betreiben zu können. Es war einerseits ein unglaublicher Schritt für uns Kiter, Teil dieses Kaders werden zu dürfen. Jetzt müssen nur Vereine und vor allem Verbände mitziehen, Kitesurfen entsprechend zu fördern und so viele Sportler wie möglich zu integrieren. 

Als Sieger der ANOC World Beach Games kann man von reichlich Support ausgehen. Wie sieht es in Realität aus?

Florian: Leider schaut die Realität deutlich anders aus. Da wir zu diesem Zeitpunkt noch nicht im olympischen Programm des DSV waren lief danach alles wie gehabt weiter.

Nur das Ansehen hat sich ein wenig geändert, denn wir konnten zeigen, dass wir nicht nur irgendwelche Kiter am Strand sind, sondern Professionelle Athleten, die bei Großveranstaltungen mental und körperlich fit sind. 

Meine eigenen Sponsoren hingegen, haben sich super über den Titel gefreut und die Zusammenarbeit weiter vertieft. 

Wann habt ihr zuletzt mit dem deutschen Team trainiert?

Jannis: Puh, das ist schon sehr, sehr lange her. Ich glaube das letzte Mal, dass ein Teil des deutschen Teams zusammen trainiert hat, war kurz vor der Team-Europameisterschaft am Traunsee, also vor knapp 8 Monaten. Es war zwar nicht viel Training, insgesamt eine knappe Woche, aber diese selbst-organisierte Einheit hat uns unglaublich weitergebracht und als Team zusammengeschweißt.

Letztes Jahr hat der deutsche Verband einen Trainer für die EM gestellt, was ist seitdem passiert?

Florian: Mit Phil Robertson hatten wir richtig Glück. Er ist nur spontan eingesprungen und hat uns enorm geholfen. Leider denke ich, dass wir einen Trainer mit seinen Qualitäten nicht nochmal bekommen werden.
Aktuell haben wir einen neuen Trainier, doch leider ist die Kommunikation durch COVID und der großen Distanz zu den anderen deutschen Athleten eher schleppend. So organisiere ich zurzeit mein Training selbständig.

Wie sind andere Nationen aufgestellt und wie schwierig ist es eine Trainingspartnerin zu finden?

Jannis: Andere Nationen sind in der Hinsicht dem deutschen Nationalteam weit voraus! Wenn ich alleine Deutschlands Nachbarländer betrachte, gibt es unzählige Beispiele mit richtig starker Nachwuchsförderung, Spitzentraining und vielen Möglichkeiten zur persönlichen und Team-Verbesserung. Polen hat ein super starkes Juniorenteam, welches mittlerweile auch den Erwachsenenbereich erobert. Frankreich bildet ohnehin schon die Speerspitze der Kite-Elite, Italien organisiert mit richtig guten Trainern ganze Trainings Monate auf Sardinien und Spanien glänzt mit einer offenen nationalen Tour, die selbst vom US-Amerikanischen Team besucht wird. Vor allem aber überzeugt das britische Konzept, auch den weiblichen Anteil im Racing anzuheben. Nicht nur die Förderung alleine ist hier der Schlüssel, sondern überhaupt erst die aktive Suche und Auswahl an Frauen brachte unsere Halbnachbarn bei der Team-EM ganz oben aufs Treppchen.

In Deutschland sieht es leider extrem schwierig aus mit Trainingspartnerinnen oder Partnern. Natürlich können keine Profis aus dem Hut gezaubert werden, aber ich denke mit den richtigen Anreizen, einer coolen Trainingsatmosphäre und den entsprechenden Maßnahmen sollte es möglich sein, auch hierzulande eine große gemischte Trainingsgruppe zu etablieren.

Wenn man, wie Jannis beschrieben hat, auf andere Nationen blickt, resigniert man innerlich auf Grund der geringen Unterstützung?

Florian: Da ich schon die letzten 10 Jahre alleine gearbeitet habe, komme ich ganz gut zurecht.
Sobald der Baustein Studium wegfällt, werde ich wieder mehr Zeit investieren und denke, dass ich die Lücke zu den Podest Plätzen wieder schließen kann.

Jannis, du trainierst wirklich das holländische Nationalteam mit? Ist das nicht so, als würde man die Konkurrenz stärken?

Jannis: Das sehe ich ein wenig anders. Klar stärke ich dadurch die Konkurrenz, allerdings sind die meisten Trainingsinhalte von fahrtechnischer Natur und betreffen hauptsächlich den Nachwuchs des niederländischen Teams. Ich bin der Meinung, dass Nachwuchsförderung ein unglaublich essentieller Teil des Spitzensportes ist und versuche, so gut es geht, meinen Teil dazu beizutragen, das Racing als Solches voran zu bringen.
Außerdem läuft das Training dort so ab, dass ich immer selbst auf dem Wasser bin und die Jungs und Mädels direkt verfolge und coache. Das heißt einerseits helfe ich ihnen, ihr Fahrkönnen zu verbessern, gleichzeitig sammle ich aber auch meine eigenen Stunden auf dem Wasser und habe mit Begleitboot, Kursen und Trainingsrennen die besten Möglichkeiten um selber zu trainieren und meine eigenen Fähigkeiten zu verbessern.

Sobald in Deutschland natürlich die ersten Maßnahmen oder Nachwuchstrainings stattfinden, werde ich selbstverständlich, meine Trainerfähigkeiten auch in den deutschen Nachwuchs stecken.

Flo, wie verbringst du den Winter? Trainierst du alleine oder suchst du ähnlich wie Jannis Trainingsgruppen?

Florian: Ich versuche es ähnlich wie Jannis zu gestalten. Jedoch ist es für mich einfacher in den Süden zu fahren und mit Italienern und Kroaten zu trainiere. Dorthin ist die Anfahrt deutlich kürzer und ich kann flexibler agieren.
Noch kann ich nicht so oft wegfahren, da ich bis Ende Juni noch meine Bachelor Arbeit fertig stellen muss.

Kommst du öfters mit Florian aufs Wasser?

Jannis: Leider viel zu selten. Einerseits stecken wir beide gerade in unseren Abschlussarbeiten, andererseits ist Flo im äußersten Süden Deutschlands und ich im äußersten Nordwesten, sodass gemeinsames Training immer mit viel Aufwand verbunden ist. Wenn wir allerdings zusammen trainieren, ist es immer für beide ein riesiger Gewinn und bringt unglaublich viel Spaß. Wir kennen uns seit Kindesbeinen und verstehen uns richtig gut, sowohl auf als auch neben dem Wasser.

Denkt ihr, dass man in Deutschland noch aufwachen wird und mit Vollgas in Richtung Olympia fährt?

Florian: Auf jeden Fall wird die Unterstützung nach Tokio deutlich intensiviert. Wie genau das ausschauen wird, kann ich leider nicht sagen.

Wie motiviert man sich aufs Neue?

Florian: Alleine die Auszeit im Winter tut mir richtig gut. So starte ich frisch in den Frühling und die neue Saison.
Ich liebe zudem auch den Druck bei Wettkämpfen.

Jannis, was sind deine persönlichen Ziele für diese Saison?

Jannis: Meine persönlichen Ziele liegen dieses Jahr neben der Vollendung meiner Masterarbeit in der Windturbulenzforschung darin, mir einen Platz in der Top5 zu sichern und eventuell das erste internationale Podium auf dem Foil einzufahren.

Abschließend, Flo dir fehlt im Hydrofoil-Racing noch der WM-Titel, wirst du diesen heuer einfahren?

Für mich ist es definitiv gut, dass die wichtigen Wettkämpfe erst gegen Ende des Jahres stattfinden.
Der Titel fehlt definitiv noch, und ich versuche auf jeden Fall darum zu kämpfen. Wie es ausgeht ist schwer zu sagen, da das Level stetig steigt und viel passieren kann.

Herzlichen Dank und viel Erfolg bei den anstehenden Wettkämpfen!

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Credits: IKA – Alex Schwarz, Dominik Leitner, Multivan Kitesurf Masters

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